Jeder Mensch schwitzt anders. Nahezu jede Körperregion kann betroffen sein. Besonders heikel, da für jeden sichtbar und kaum zu verbergen, ist das Schwitzen im Gesicht (med. Hyperhidrosis facialis). Der Schweiß entsteht dabei vorwiegend an Stirn, Wangen, über der Oberlippe und auch auf der Nase. Oft verteilt er sich von dort als rinnende „Schweißperlen“ über die gesamte Gesichtsfläche. In schweren Fällen tropft er von den Augenlidern in die Augen oder von der Nasenspitze.

Personen, die unter Gesichtsschwitzen leiden, ziehen sich aufgrund der psychosozialen Belastung („schweißnass und jeder sieht es!„) nicht selten soweit wie möglich aus dem Alltag zurück. Die Angst vor Hohn und Spott anderer, aber auch Mobbing und Ausgrenzung können „Gesichtsschwitzer“ in die Isolation treiben. Die Betroffenen drohen in einen Teufelskreis zu geraten, denn sie brechen meist schon aus Angst vor sichtbaren Schwitzen in Schweiß aus.

Deshalb ist besonders bei dieser lokalen Form des Schwitzens zunächst eine schnelle Symptomtherapie anzuraten (siehe Sofortmaßnahmen). Eine medizinisch betreute Ursachenforschung zur Aufklärung möglicher Ursachen oder Hintergründe ist jedoch wie immer unerlässlich.

Besondere Ursachen für das Schwitzen im Gesicht

Man spricht oft vom „Gesicht als Spiegel der Seele“.  Das Gesicht läßt direkte Rückschlüsse auf den Gemütszustand und Emotionen zu. Es ist maßgeblich für den Ersteindruck, den man sich von einer Person macht.

Dies erklärt vielleicht, wie schon einfache Emotionen unbewusst die sichtbare Schweißproduktion auslösen können. Sie lassen sich von den Betroffenen nicht kontrollieren oder steuern. Ähnlich wie beim plötzlichen Erröten des Gesichtes (Erythrophobie), kommt es in bestimmten (Stress-) Situationen zu spontanen Schweißausbrüchen.
Besonders Scham, Aufregung, Nervosität, Wut und Erschrecken sind bekannte Auslöser für eine spürbare Erwärmung mit daraus folgendem Schweißfluss. Ängste und Panik hingegen erzeugen vorwiegend kalten Schweiß auf der Stirn.

Gegebenenfalls ist eine Ursachenforschung durch Psychologen oder Verhaltenstherapeuten, bei der auch diese psychologischen Aspekte berücksichtigt werden, anzuraten.

Eine Sonderform der Hyperhidrosis facialis ist das Gustatorische Schwitzen. Dieses abnorm ausgeprägte Schwitzen im Gesichts-Hals-Bereich tritt nur während des Verzehrs von Speisen auf und wird unmittelbar durch gustatorische Reize (d. h. Geschmacksreize), wie z. B. Schmecken, Lutschen, Kauen oder Beißen, ausgelöst.

Sofortmaßnahmen gegen Schwitzen im Gesicht

Die sofortige Therapie der Symptome des Gesichtsschwitzens kann eine fundierte Ursachenforschung und die nachhaltige Therapie durch Fachärzte (z. B. DermatologenInternisten, Ernährungsspezialisten, Psychotherapeuten) positiv ergänzen, jedoch nicht ersetzen.
Kurzfristiges Ziel ist die Wiederherstellung der Lebensqualität des Betroffenen durch eine Reduktion des Schwitzens auf ein natürliches Maß.

Sehr Spezialisierte Antitranspirante, vereinzelt auch „Gesichtsdeodorants“ genannt, die aufgrund ihrer Hautverträglichkeit auch auf der Gesichtshaut angewendet werden können, gelten dabei bei vielen Fachleuten als erste Wahl. In der Regel stellt sich schon kurz nach Beginn der Behandlung eine deutliche Verbesserung ein: Der Schweißfluss wird deutlich reduziert, wodurch dem Betroffenen die Scham („sozialer Rückzug“) und der akute Leidensdruck („Angst vor sichtbarem Schwitzen“) genommen wird. Der Teufelskreis wird somit erstmalig durchbrochen, was sich weiterhin positiv auswirkt.
Diese hautschonenden Sensitive Antitranspirante der 3. Generation sind so konzipiert, dass sie über längere Zeit angewendet werden können, ohne die Haut und den Organismus zu belasten. Auch die mit Antitranspiranten oft assoziierten Hautreizungen (Jucken und Brennen) konnten bei spezialisierten Antiperspirantien für das Gesicht inzwischen auf ein Minimum reduziert werden.

Therapieformen, die an anderen Körperregionen vielleicht eine Alternative darstellen, können bei starkem Gesichtsschwitzen aufgrund der empfindlichen Haut sowie der Nähe zu Augen und Schleimhäuten leider weniger gut angewendet werden. Die Benutzung von Sprays und Roll-Ons („Deo-Roller“) ist aufgrund der Verätzungsgefahr nicht zum empfehlen. Injektionen mit Botulinum-Toxin scheiden im Bereich des Gesichts meist ebenso aus.

Eine Iontophorese-Therapie gegen Schwitzen im Gesicht ist im Bereich der T-Zone (Stirn, Wangen, Mund, Nase, Kinn) inzwischen problemlos möglich. Insbesondere die jüngste Entwicklung von Iontophorese-Gesichtselektroden mit eingearbeiteten Graphit-Leiterbahnen (entwickelt in 2016) ermöglicht eine breit gestreute Stromverteilung, bis in alle beschriebenen Problemzonen des Gesichts. Im Gegensatz zu herkömmlichen Gesichtselektroden, bei denen zwei Metallplatten in aufgenähte Taschen (meist im Bereich der Wangen der Gesichtsmaske) gesteckt werden, arbeiten neuere Gesichtselektroden mit einer deutlich flächendeckenderen Einbringung des Stroms auf die zu behandelnde Gesichtshaut. Wo sich der hauptsächliche Stromfluss bei herkömmlichen Gesichtsmasken auf direktem Wege zwischen den beiden Metallplatten und somit ebenfalls im Material der Gesichtsmakse konzentrieren dürfte, bieten die verwendeten und großflächig eingenähten Graphit-Leiterbahnen dem Strom eine direkte Einflußmöglichkeit in die Haut. Eine Abbildung einer solchen Gesichtsmaske finden Sie in folgendem Set zur Iontophorese-Therapie des Gesichts …

Weiterführende Informationen zur Iontophorese finden Sie unter iontophorese-geraet.de

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