„Mama, hat der Onkel Pippi in die Hose gemacht?!“

Außenstehende, die nicht von starkem Schwitzen am Po betroffen sind, reagieren oftmals mit offenkundiger Ablehnung, wenn Sie einen „Poschwitzer“ sehen, dessen durchnässter Hosenboden, gut sichtbar durchfeuchtet, sofort ins Auge sticht. Besonderns Kinder können grausam sein und sprechen doch nur aus, was selbst Erwachsene auf Grund eines fehlenden Problembewusstseins vorschnell falsch bewerten. Der erste, nur selten laut geäußerte Gedanke, ist zumeist „Inkontinenz“ aber auch „mangelnde Hygiene“. 

Der Volksmund spricht oftmals auch vom „Arschschwitzen“ und „Arschwasser“ – Bezeichnungen, die für sich genommen schon verletzend wirken.

Weitere Klassiker im täglichen Spießrutenlauf eines Hyperhidrotikers mit stark schwitzendem Hintern, sind dunkel durchfeuchtete Stuhlbezüge und auf glatten Bezügen sichtbare Schweißpfützen beim Aufstehen, sowie eine unangenehme Geruchsbelästigung durch das Feuchtwarme Milieu im Schritt / Intimbereiche.
Besonders betroffen sind dabei der Beinansatz sowie die Poritze (med. Analrinne), wo unangenehme Gerüche durch stark vermehrtes Bakterienwachstum besonders schnell entstehen. Der dabei aufsteigende Schweißgeruch hat im Vergleich zum üblichen Schweißgeruch eine besonders stechende Note und ähnelt, je nach Ausprägung, mehr oder weniger stark dem Geruch von AmmoniakSchwefel oder Katzenurin.

Schwitzen am Po ist für die Betroffenen mit starken persönlichen Einschränkungen verbunden, die dazu führen können, dass sich der Poschwitzer kaum mehr unter Menschen traut, bzw. viele Situationen des täglichen Lebens bewusst meidet. Diesen Rückzug aus dem Leben zu durchbrechen ist oberstes Ziel der Hyperhidrose-Therapie!

Ein erster Schritt dazu sollte der Gang zum Dermatologen sein. Dazu muss die Scham des Betroffenen, fremde Personen zu involvieren, überwunden werden, damit der Vielschwitzer ärztliche Hilfe überhaupt annehmen kann. Auch der vorangehende (anonyme!) Austausch mit anderen Betroffenen kann als sehr hilfreich angesehen werden!

Mögliche Ursachen für Schwitzen am Po

  • erblich bedingte Hyperhidrosis
  • Überreaktion des für das Schwitzen zuständige Nervensystems (Sympathikus)
  • starkes Übergewicht (Adipositas)
  • hormonelle Störungen (z.B. im Klimakterium, nach der Entbindung, Schilddrüsenfehlfunktion)
  • Stoffwechselstörungen/-umstellungen (z.B. Diabetes mellitus, Nahrungsumstellung oder -unverträglichkeiten, Aufgabe sportlicher Aktivitäten)
  • Blutdruckstörungen und Kreislaufprobleme
  • medikamentöse Nebenwirkungen sowie Alkohol-, Nikotin- oder Drogeneinfluss/-entzug
  • chronisch erhöhte Körpertemperatur
  • Infektionskrankheiten (z.B. Tuberkulose) oder Autoimmunerkrankungen (chronische Entzündungen, z.B. Rheumatoide Arthritis)
  • Tumorerkrankungen (LymphomLeukämie)
  • Angststörungen und Panikattacken
  • falsche Ernährung (z.B. scharfes Essen)
  • psychische Einflüsse (z.B. Stress, Scham, Sorgen)

Sofortmaßnahmen gegen Po-Schwitzen

Extratipp: Entlasten Sie Ihre Psyche indem Sie Textilien vor dem Kauf testen! Hierzu eignet sich eine kleine, wassergefüllte Pipette die Sie mit zum Hosenkauf nehmen. Tropfen Sie ein wenig Wasser auf und beobachten Sie mögliche Verfärbungen / Abdunklungen über mindestens 30 Sekungen hinweg. Auch bestimmte Muster helfen dabei, ansonsten gut sichtbare Schweißflecken zu verstecken.

  • Baumwollunterwäsche tragen (am besten luftige Boxershorts)
  • Vermeidung enger Kleidung (luftdurchlässige Materialen bevorzugen)
  • Waschungen mit Salbeiextrakt oder Konsum von Salbeitee
  • ggf. Gewichtsreduzierung anstreben
  • sportliche Betätigungen anstreben / wiederaufnehmen
  • mehrmals täglich Babypuder dünn auftragen (kann ggf. jedoch auch zu einer Brei-Bildung führen)
  • Entfernung der Po-Behaarung
  • Anwendung eines hautschondenen Antitranspirants wie AHC sensitive für eine schnellstmögliche Schweißreduktion

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