{"id":1756,"date":"2020-10-26T13:22:01","date_gmt":"2020-10-26T12:22:01","guid":{"rendered":"https:\/\/schwitzen.com\/ratgeber\/?p=1756"},"modified":"2020-10-26T13:39:06","modified_gmt":"2020-10-26T12:39:06","slug":"koerpergeruch-wissenswertes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schwitzen.com\/ratgeber\/koerpergeruch\/koerpergeruch-wissenswertes\/","title":{"rendered":"K\u00f6rpergeruch: Wissenswertes"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Zwilling + Zwilling = K\u00f6rpergeruch\u00b2<\/strong><br \/>Im Rahmen einer Schweizer Studie [<a href=\"#1\">1<\/a>] sollten professionelle &#8222;Schn\u00fcffler&#8220; [<a href=\"#2\">2<\/a>] versuchen, paargleiche Achselgeruch-\/K\u00f6rpergeruchproben von eineiigen Zwillingen, die nicht zusammenlebten, zu bestimmen. Die Ergebnisse zeigten eindrucksvoll: Bei eineiigen Zwillingen wurden paargleiche Proben weit h\u00e4ufiger richtig bestimmt, als dass es der Zufall zulassen w\u00fcrde. Auch bei zweieiigen Zwillingen war die Erfolgsquote hoch, jedoch nicht so deutlich wie bei eineiigen. Wissenschaftler werten dies als Beleg daf\u00fcr, dass K\u00f6rpergeruch angeboren und genetisch vererbbar ist.<\/p>\n<p><strong>Geschlechtliche Unterschiede:<\/strong><br \/>Zwischen weiblichem und m\u00e4nnlichem K\u00f6rpergeruch gibt es eindeutige Unterschiede: Frauen entwickeln einen eher s\u00fc\u00dflichen, von den femininen\u00a0<em>\u00d6strogenen<\/em>\u00a0gepr\u00e4gten Geruch, M\u00e4nner dagegen aufgrund des\u00a0<em>Testosterons<\/em>\u00a0einen maskulin-herben. Eine Genfer Studie [<a href=\"#3\">3<\/a>] belegte, dass der weibliche &#8222;Duft&#8220; einen hohen Anteil an\u00a0<em>Schwefel<\/em>\u00a0enth\u00e4lt, welcher im Zusammenspiel mit Hautkeimen und Schwei\u00df sogenannte\u00a0<em>Thiole<\/em>\u00a0(<em>Thioalkohole)<\/em>\u00a0bildet. Deren Geruch erinnert an Zwiebeln oder Knoblauch. M\u00e4nnlicher K\u00f6rpergeruch basiert eher auf\u00a0<em>Fetts\u00e4uren<\/em>, welche typischerweise nach Schwei\u00df und K\u00e4se riechen. Studien haben au\u00dferdem ergeben, dass der m\u00e4nnliche\u00a0<em>apokrine<\/em>\u00a0Schwei\u00df 6 x mehr\u00a0<em>Androstenon<\/em>\u00a0(ein stark riechendes Abbauprodukt des\u00a0<em>Testosterons<\/em>, siehe unten) enth\u00e4lt als Frauen. Deshalb ist es grunds\u00e4tzlich richtig davon auszugehen, dass M\u00e4nner st\u00e4rkeren K\u00f6rpergeruch entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Geschlechtliche Unterschiede bei der Wahrnehmung:<\/strong><br \/>F\u00fcr die meisten Menschen riecht Urin nach Urin und Vanille nach Vanille. Doch das m\u00e4nnliche\u00a0<em>Androstenon<\/em>, ein\u00a0<em>Steroid<\/em>\u00a0und\u00a0<em>Metabolit<\/em>\u00a0des Sexualhormons\u00a0<em>Testosteron<\/em>, riecht f\u00fcr etwa 80 % der Frauen nach Urin, f\u00fcr die restlichen 20 % hingegen angenehm s\u00fc\u00df nach Vanille oder Honig. M\u00e4nnlicher Schwei\u00df enth\u00e4lt dreimal so viel\u00a0<em>Androstenon\u00a0<\/em>als weiblicher und als\u00a0<em>Pheromon<\/em>\u00a0scheint das Abbauprodukt in der Evolution des Menschens eine wichtige Rolle in Bezug auf Partnerwahl und Fortpflanzung gehabt zu haben. Den verbl\u00fcffenden Unterschied bei der Wahrnehmung von maskulinen K\u00f6rperger\u00fcchen bewiesen Studien an der Rockefeller University, New York City (USA) in Zusammenarbeit mit dem Team um Professor Hiroaki Matsunami von der Duke University, Durham (USA). Die Wissenschaftler fanden heraus, dass nicht etwa die subjektive, d.h.\u00a0<em>kognitive<\/em>\u00a0Einordnung des\u00a0<em>Androstenon<\/em>-Geruchs die Unterschiede ausmacht, sondern eine genetische Veranlagung des Wahrnehmendens. Die Form der genetischen Austattung mit dem als Geruchsrezeptor fungierenden OR7D4-Gen allein, bestimmt, wie der weibliche Mensch den m\u00e4nnlichen Schwei\u00dfgeruch empfindet. In der Studie wurden 66 m\u00e4nnliche Geruchsproben durch fast 400 weibliche Probanten beurteilt. Anschlie\u00dfend wurde aus Blutproben der Probanten die DNA isoliert und auf OR7D4-Genformen untersucht. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass Menschen mit nur einer Genform den Geruch sehr absto\u00dfend empfanden, diejenigen mit 2 oder mehr Genvarianten dagegen als anziehend.<\/p>\n<p><strong>Ethnische Unterschiede:<\/strong><br \/>Interessant ist im Zusammenhang mit K\u00f6rperger\u00fcchen, dass die grunds\u00e4tzlichen ethnologischen Gruppen der Weltbev\u00f6lkerung unterschiedlich stark betroffen sind. Laut international angelegten Studien verf\u00fcgen die Menschen der verschiedenen Bev\u00f6lkerungsgruppen (<em>Ethnien<\/em>) keineswegs \u00fcber die gleiche Anzahl von Schwei\u00dfdr\u00fcsen. Dar\u00fcberhinaus spielen auch der Lebensraum und die Ern\u00e4hrungsformen eine Rolle. Insofern ist neben den ethnischen auch von\u00a0<em>interkulturellen<\/em>\u00a0Unterschieden auszugehen. \u201e<em>Koreaner haben fast gar keine apokrinen Schwei\u00dfdr\u00fcsen und also auch so gut wie keinen K\u00f6rpergeruch; Chinesen haben wenige, Japaner mehr, Wei\u00dfe noch mehr und Schwarze am meisten. Dazu hinterlassen manche Nahrungsgewohnheiten ihre Spuren im Schwei\u00df (&#8230;) Europ\u00e4er und Amerikaner galten Japanern als bata-kusai, &#8218;Butterstinker&#8216; (&#8230;)<\/em>\u201c [<a href=\"#4\">4<\/a>] Studien haben auch gezeigt, dass jene Ethnien, die urspr\u00fcnglich in hei\u00dfen Gebieten leb(t)en, grunds\u00e4tzlich weniger schwitzen. Offenbar ist dies ein evolution\u00e4rer Weg, um zu hohen Wasserverlust bei der urzeitlichen Jagd zu vermeiden. Laut Forschungsergebnisse muss diese Entwicklung bereits vor Verschiebung der Kontinentalplatten (z.B. Abspaltung des amerikanischen Kontinents von Asien) abgeschlossen gewesen sein, da sich beispielsweise indianische und asiatische Gruppen in punkto ihrer schwachen Auspr\u00e4gung des K\u00f6rpergeruchs sehr \u00e4hneln.<\/p>\n<p><strong>Ohrenschmalz \u2013 der genetische &#8222;Duftschl\u00fcssel&#8220;:<\/strong><strong><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ohrenschmalz\"><br \/><\/a><\/strong><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ohrenschmalz\">Ohrenschmalz<\/a>\u00a0(<em>Cerumen<\/em>) kennen wir eher als l\u00e4stiges und unappetitliches \u00dcbel, dem wir kaum mehr Beachtung schenken, als dass wir ihn alle paar Tage mit Wattest\u00e4bchen aus unseren Geh\u00f6rg\u00e4ngen entfernen. Lange bekannt ist seine nicht unbedeutende Aufgabe, Bakterien, Hautschuppen und Insekten von unseren empfindlichen Ohren fernzuhalten, neu hingegen \u2013 und ein bisschen absurd klingend \u2013 ist seine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Schwitzen und K\u00f6rpergeruch. Japanische Wissenschaftler, angef\u00fchrt von Koh-ichiro Yoshiura von der Universit\u00e4t Nagasaki, haben durch eine Anfang 2006 ver\u00f6ffentlichte Studie [<a href=\"#5\">5<\/a>] festgestellt, dass es bei der Weltbev\u00f6lkerung grunds\u00e4tzlich zwei verschiedene Typen von\u00a0<em>Cerumen<\/em>\u00a0gibt: Europ\u00e4er und Afrikaner haben zu 97% feuchten, klebrigen Ohrenschmalz, w\u00e4hrend Asiaten, Indianische V\u00f6lker und S\u00fcdamerikaner \u00fcberwiegend eine trockene Variante zeigen. Gesteuert wird dies evolution\u00e4r \u00fcber das\u00a0<em><a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/ABCC11\">ATP Gen C-11<\/a><\/em>, ein Protein mit dem human-genetischen\u00a0<em><a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/ABCC11\">Code ABCC11<\/a><\/em>. Dieses K\u00f6rpereiwei\u00df ist bei den Menschen mit trockenem Ohrenschmalz inaktiv. Die asiatischen Wissenschaftler vermuten deshalb einen direkten Zusammenhang zwischen den zwei Varianten und der ethnisch ebenso klar trennbaren Veranlagung zu vermehrter Transpiration und zu K\u00f6rpergeruch. Fest steht: Asiaten und \u00e4hnliche ethnische Bev\u00f6lkerungsgruppen \u2013 allesamt genetisch mit trockenem Ohrenschmalz &#8222;ausgestattet&#8220; \u2013 schwitzen deutlich weniger. Ebenso leiden sie weniger bis gar nicht unter K\u00f6rpergeruch. Allerdings ist der Wissenschaft noch nicht endg\u00fcltig klar, wie dieser Zusammenhang zu stande kommt.<\/p>\n<p><strong>Kinder und K\u00f6rpergeruch:<\/strong><br \/>Achselgeruch und &#8222;Stinkf\u00fc\u00dfe&#8220; sind normalerweise keine Probleme der Kindheit. K\u00f6rperlich gesunde Kinder entwickeln bis zum Eintritt in die Pubert\u00e4t keinen starken Schwei\u00dfgeruch, weil ihre\u00a0<em>apokrinen<\/em>\u00a0Schwei\u00dfdr\u00fcsen noch nicht aktiv sind. Diese beginnen erst mit Beginn der k\u00f6rperlichen Reife (ca. 8 bis 14 Jahre) durch den hormonellen Wandel zu arbeiten. Ein Gro\u00dfteil ist im kindlichen K\u00f6rper noch gar nicht angelegt, da die\u00a0<em>apokrinen<\/em>\u00a0Dr\u00fcsen an die\u00a0<em>Haarfollikel<\/em>\u00a0gekoppelt sind. Erst mit der voranschreitenden Behaarung der Extremit\u00e4ten und Intimzonen bilden sich automatisch auch gro\u00dffl\u00e4chig verteilt die\u00a0<em>apokrinen<\/em>\u00a0Schwei\u00dfdr\u00fcsen.<\/p>\n<p><strong>Angstschwei\u00df: \u00dcbertr\u00e4gt sich\u00a0<\/strong><strong>Furcht\u00a0<\/strong><strong>durch Ger\u00fcche<\/strong>?<br \/>Ist Panik ansteckend? Wieso breitet sich Panik in dichtgedr\u00e4ngten Menschenansammlungen wellenf\u00f6rmig aus? Nehmen die Menschen die Gefahr wahr, bevor sie sie sehen k\u00f6nnen? Mit diesen Fragen hat sich das Team um Forscherin Lilianne Mujica-Parodi, von der Stony Brook University, New York (USA) intensiv besch\u00e4ftigt. Unter Leitung der Neurobiologin haben sie ein Testverfahren entwickelt, mit dem Angstschwei\u00df &#8222;messbar&#8220; ist. F\u00fcr den Nachweis eines m\u00f6glichen &#8222;furchteinfl\u00f6\u00dfenden&#8220; Duftstoffs (Angstpheromon) wurden 144 Freiwilligen eine Achselschwei\u00dfprobe entnommen, und zwar unmittelbar nachdem sie den ersten Tandemfallschirmsprung in ihrem Leben \u00fcberstanden hatten. F\u00fcr Vergleichsproben von &#8222;angstfreiem&#8220; Schwei\u00df sorgten Freiwillige, die sich unaufgeregt auf dem Laufband bet\u00e4tigt hatten. Die Proben wurden anschlie\u00dfend Probanten zum &#8222;Schn\u00fcffeln&#8220; vorgelegt, w\u00e4hrend sie in einem\u00a0<em>Magnetresonanztomografen<\/em>\u00a0lagen, der ihre Gehirnaktivit\u00e4ten verfolgte. Das Ergebnis: Die Furchtzentren des Gehirns waren beim Riechen des Angstschwei\u00dfes deutlich aktiver als bei den Vergleichproben. Laut Mujica-Parodi k\u00f6nnte dies ein Hinweis darauf sein, dass im Schwei\u00df verborgene, bewusst nicht wahrnehmbare und bislang unbekannte Duftstoffe emotionalen Stress (hier: Angst) \u00fcbertragen, oder zumindestens vermitteln k\u00f6nnten. Um diese Idee einer &#8222;ansteckenden Angst&#8220; (Auswirkungen auf die Sozialdynamik) weiter zu erforschen, mussten die Probanten sich im Anschluss an den Riechtest Photos von M\u00e4nnern mit unterschiedlichen Gesichtsausdr\u00fccken anschauen. Die Mimik auf den Photos reichte stufenweise von freundlich bis furchteinfl\u00f6\u00dfend. Es zeigte sich, dass diejenigen Freiwilligen, die vorher den Angstschwei\u00df der Fallschirmspringer gerochen hatten, eine deutlich emotionalere Einsch\u00e4tzung der Gesichtsausdr\u00fccke vornahmen. Die Probanten mit dem sportiven Schwei\u00df zeigten sich dagegen relativ unbeeindruckt von den Bildern. Die New Yorker Wissenschaftlerin vermutet dabei einen evolution\u00e4ren Zusammenhang. Offenbar diente der Angstschwei\u00df in Urzeiten (z.B. bei der Jagd) dazu, Gefahr ohne Zuhilfenahme von Sprachen oder Lauten zu vermitteln. Die blo\u00dfe Wahrnehmung des &#8222;Angstgeruches&#8220; sch\u00e4rfte unwillk\u00fcrlich Aufmerksamkeit und Urteilsverm\u00f6gen der Begleiter.<\/p>\n<p><strong>Bestimmt der Geruch die Partnerwahl?<\/strong><br \/>Forscher haben schon immer nach einer Erkl\u00e4rung geforscht, warum sich einzelne Tiere oder deren Nachwuchs, auch in der gr\u00f6\u00dften Ansammlung von Artgenossen gegenseitig wiederfinden k\u00f6nnen.\u00a0<span class=\"v10fd\">Prof. Dr. Roman Ferstl, Klinischer Psychologe und Psychoneuroimmunologe an der Universit\u00e4t Kiel (D), hat sich mit der Frage besch\u00e4ftigt, wie es M\u00e4usen gelingt, ihre Artgenossen absolut sicher auseinanderzuhalten. Bei seinen Verhaltensstudien [<a href=\"#6\">6<\/a>] fand er heraus, dass M\u00e4use offenbar ihre Gene riechen k\u00f6nnen. Ein (f\u00fcr die M\u00e4use ungef\u00e4hrlicher) Transplantationstest, bei dem Knochenmark und damit das &#8222;Erbgut&#8220; von einem Tier auf ein anderes \u00fcbertragen wurde, ver\u00e4nderte auch deren K\u00f6rpergeruch, wie das anschlie\u00dfend deutlich ver\u00e4ndertem Verhalten der Artgenossen bewies. Schlie\u00dflich gelang es, das verantwortliche Gen zu bestimmen: Ein &#8222;Ausweisprotein&#8220; namens\u00a0<em>Major-Histocompability-Complex<\/em>, kurz MHC (MHC-Gen) genannt. Jede Maus tr\u00e4gt einen solchen, ganz individuellen Genschl\u00fcssel in sich. \u00dcber den Urin wird das MHC-Gen ausgeschieden, wodurch es anderen M\u00e4usen m\u00f6glich ist, den Gencode zu erschnuppern. So kann ein M\u00e4usejunges seine Eltern oder Verwandten &#8222;blind&#8220; erkennen. Diese Funktion ist sicherlich lebenswichtig, wirklicher Grund f\u00fcr die evolution\u00e4re Ausbildung einer solchen Riechleistung ist jedoch die gesicherte Fortpflanzung der Tiere: um Inzest und daraus folgende Genmutationen zu vermeiden, erkennen M\u00e4use Verwandte schon am Geruch, worauf sie sich bewusst fremde Artgenossen zur Fortpflanzung suchen.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"v10fd\">Der Schweizer Zoologe und Evolutionsforscher\u00a0<\/span><span class=\"v10fd\">Claus Wedekind untersuchte an der Universit\u00e4t Bern (CH), ob die Eigenschaften des MHCs auch bei Menschen funktionieren [<a href=\"#7\">7<\/a>|. In einem Riechtest, bei dem weibliche Studenten die anonymen Schwei\u00dfgeruchsproben verschiedener M\u00e4nner beurteilen sollten, verbl\u00fcffte das klare Ergebnis die Forschung sehr: Je n\u00e4her sich Mann und Frau genetisch gesehen standen, desto eher wurde der Schwei\u00dfgeruch als absto\u00dfend beschrieben. Nach einer vorangehenden Bestimmung der genetischer Konstitution der M\u00e4nner und Testantinnen, lie\u00df sich sp\u00e4ter sogar ziemlich exakt vorhersagen, welcher Testantin welcher Mann &#8222;sympathisch&#8220; sein w\u00fcrde und welcher nicht. Die interessanten Ergebnisse der Berner Studien zeigten, wie sehr die Natur daf\u00fcr gesorgt hat, dass genetische Vielfalt in der Fortpflanzung stets bevorzugt wird. Durch dieses &#8222;<em>olfaktorische<\/em>\u00a0Warnsystem&#8220; wird der Fortbestand der Art, der evolution\u00e4re Fortschritt und Resistenz gegen neue Krankheitserreger gesichert.<br \/><\/span><\/p>\n<p><strong>T\u00e4uscht die Pille die weibliche Nase?<\/strong><br \/>Weiterf\u00fchrende Untersuchungen zu den oben beschriebenen Duftstoffen\u00a0<em>Androstenon<\/em>\u00a0und\u00a0<em>MHC<\/em>\u00a0haben gezeigt, wie sehr Frauen sich von ihrer Nase leiten lassen, wenn es um Sympathie und Zuneigung geht. Dabei wurde auch festgestellt, dass der Hormonspiegel der Frau die Wahrnehmung, d.h. die Beurteilung eines Geruches stark beeinflusst. In ausf\u00fchrlichen Tests (Teil der o.g. Berner Studie) haben Frauen, die kurz vor dem Eisprung standen, viele der sonst als absto\u00dfend empfundene Schwei\u00dfger\u00fcche pl\u00f6tzlich als angenehm beschrieben. Einen \u00e4hnlichen, aber dauerhaften Effekt hat die Pille als hormonelles Verh\u00fctungsmittel. Frauen, deren Hormonspiegel sich durch regelm\u00e4\u00dfige Einnahme der Pille nachhaltig ver\u00e4ndert hatte, f\u00fchlten sich ebenfalls von den &#8222;animalischen&#8220; D\u00fcften einiger M\u00e4nner angezogen, obwohl sie deren Geruch vormals noch als \u00e4u\u00dferst &#8222;unerotisch&#8220; empfunden hatte. Offenbar spielen die Hormone der Nase einen Streich, in dem sie ihr auch genetisch ung\u00fcnstige Partner als attraktiv vorgaukelt. Da die beschriebene Studie bis dato die einzige zu diesem Thema war, lassen sich daraus keine weitreichenden Schl\u00fcsse ziehen. [<a href=\"#8\">8<\/a>]<\/p>\n<p><strong>Hypothese: Die Pille als Beziehungskiller<\/strong><br \/>Die Forscher vermuten, sozusagen als &#8222;Worst-Case-Szenario&#8220;, dass die &#8222;Nasent\u00e4uschung&#8220; der Pille einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr Streit, Trennung und sogar ungewollte Kinderlosigkeit sein k\u00f6nnte. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnten sich Frauen unter dem hormonellen Einfluss der Pille in den &#8222;falschen&#8220; Mann verlieben. Ist sp\u00e4ter dann das erste Kind in Planung, ergeben sich auf einmal zwischenmenschliche Probleme, sobald die Verh\u00fctung abgesetzt wurde. Pl\u00f6tzlich empfindet die Frau den sonst so erotisch-stimulierenden Duft ihres Mannes als absto\u00dfend. Wie erw\u00e4hnt, gibt es hierzu bislang keine wissenschaftlichen Studien.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6rpergeruch und Alter:<\/strong><br \/>Alte Menschen, so sagt der Volksmund, haben einen ganz eigenen, typischen K\u00f6rpergeruch. Eine kooperative und interdisziplin\u00e4re Studie verschiedener Wissenschaftler des Bundesstaats Pennsylvania, USA [<a href=\"#9\">9<\/a>] hat diese Behauptung nun belegt. In einem gro\u00df angelegten &#8222;Riechtest&#8220; wurden anyonyme Geruchsproben (aus Schwei\u00dfsekret) dreier Altersgruppen (jung = 20 bis 30 Jahre; mittel = 45 bis 55 Jahre; alt = 75 bis 95 Jahre) von Probanten bewertet und subjektiv einer der drei Altersgruppen zugeordnet. Die Auswertung dieser Tests ergab, dass nahezu alle Proben der \u00e4ltesten Gruppe richtig zugeordnet wurden. Die Einordnung in &#8222;jung&#8220; und &#8222;mittel&#8220; viel den Probanten deutlich schwerer, dennoch waren mehr Ergebnisse positiv, als es der Zufall zulie\u00dfe. Die Studie belegt, dass \u00e4ltere Menschen eindeutig anders riechen als &#8222;mittelalte&#8220; und junge. Was bei dem Geruch den feinen Unterschied macht, inwiefern sich der reifere Mix aus\u00a0<em>ekkrinem<\/em>,\u00a0<em>apokrinem<\/em>\u00a0Schwei\u00df sowie\u00a0<em>Sebum<\/em>\u00a0und\u00a0<em>Hautflora<\/em>\u00a0von dem j\u00fcngerer Menschen unterscheidet ist ungekl\u00e4rt. Dokumentiert und untersucht wurde bislang nur die Aktivit\u00e4t der Dr\u00fcsen im Altersverlauf.\u00a0<span class=\"postbody\">Die Aktivit\u00e4t der\u00a0<em>apokrine<\/em>n Schwei\u00dfdr\u00fcsen sowie der Talgdr\u00fcsen steigert sich ab der Pubert\u00e4t langsam zu einem Maximum<\/span>\u00a0\u2013 ab einer relativ flexiblen &#8222;Altersschwelle&#8220; (ca. 65 bis 70 Jahre) nimmt diese schlagartig ab. Wissenschaftler vermuten hierin den Ursprung der genannten Geruchsver\u00e4nderungen.<\/p>\n<h5>\u00a0<\/h5>\n<ul>\n<li><em><a name=\"1\">[1]<\/a> Kuhn F et al (2005) &#8222;Body odour of monozygotic human twins: a common pattern of odorant carboxylic acids released by a bacterial aminoacylase from axilla secretions contributing to an inherited body odour type&#8220; J. R. Soc. Interface 6 April 2009 vol. 6 no. 33 377\u2013392<\/em><\/li>\n<li><em><a name=\"2\">[2]<\/a> Es gibt tats\u00e4chlich hauptberufliche &#8222;Riecher&#8220; mit\u00a0olfaktorisch trainierten Nasen, z.B. in der Parfumindustrie oder in der Automobilindustrie, zur m\u00f6glichst objektiven Beurteilung neuer Ger\u00fcche,\u00a0bei Automobilen beispielsweise bei der Auswahl neuer Polsterstoffe im Fahrgastraum<\/em><\/li>\n<li><em><a name=\"3\">[3]<\/a> Troccaz M et al. &#8222;Gender-specific differences &#8230;&#8220; Geneva (Switzerland), Oxford Journals, Volume 34, Issue 3, 2008<\/em><\/li>\n<li><em><a name=\"4\">[4]<\/a>\u00a0<\/span><span class=\"external text\">Dieter E. Zimmer:<\/span><span class=\"external text\">\u00a0&#8222;<\/span><a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.d-e-zimmer.de\/PDF\/1987riechen.pdf\" rel=\"nofollow\">Riechen. Ein Wissenschaftsreport<\/a><span class=\"external text\">&#8222;, Die Zeit\/ZEITmagazin, Nr.44, 23.10.1987<\/em><\/li>\n<li><em><a name=\"5\">[5]<\/a> Yoshiura K. et al &#8222;A SNP in the ABCC11 gene is the determinant of human earwax type&#8220;<a title=\"abcc11 gene earwax body odor\" href=\"http:\/\/www.nature.com\/ng\/journal\/v38\/n3\/full\/ng1733.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><br \/>Nature Genetics<\/a>\u00a01\/2006;\u00a0<a title=\"The New York Times\" href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">The New York Times<\/a>, 01.29. 2006, \u201cJapanese Scientists Identify Ear Wax Gene\u201d<\/em><\/li>\n<li><em><a name=\"6\">[6]<\/a>\u00a0<span class=\"v10fd\">Ferstl R, Klinische Psychologie, Universit\u00e4t Kiel,\u00a0<\/span><span class=\"v10fd\">Psychoneuroimmunologische Studie &#8222;<\/span>K\u00f6rpergeruch und Immunsystem&#8220;. In einer tierexperimentellen Untersuchungsreihe wurden die Zusammenh\u00e4nge des molekularen Schl\u00fcssels der Selbst\/Nicht-Selbst-Differenzierungsf\u00e4higkeit des Immunsystems mit individuellen K\u00f6rperger\u00fcchen untersucht und ihre Bedeutung bei der Knochenmarktransplantation (der Empf\u00e4nger nimmt teilweise den Spendergeruch an) gepr\u00fcft.<\/em><\/li>\n<li><em><a name=\"7\">[7]<\/a> Wedekind et al (1997) &#8222;Body odour preferences in men and women: do they aim for specific MHC combinations or simply heterozygosity?&#8220; Proc Biol Sci. 1997 Oct 22;264(1387):1471-9<\/em><\/li>\n<li><em><a name=\"8\">[8]<\/a> Roberts et al (2008) &#8222;MHC-correlated odour preferences in humans and the use of oral contraceptives&#8220; Proc Biol Sci. 2008 Dec 7;275(1652):2715-22<\/em><\/li>\n<li><em><a name=\"9\">[9]<\/a> Mitro S, Gordon AR, Olsson MJ, Lundstr\u00f6m JN (2012) &#8222;The Smell of Age: Perception and Discrimination of Body Odors of Different Ages&#8220; PLoS ONE 7(5): e38110. doi:10.1371\/journal.pone.0038110<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwilling + Zwilling = K\u00f6rpergeruch\u00b2Im Rahmen einer Schweizer Studie [1] sollten professionelle &#8222;Schn\u00fcffler&#8220; 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